Tierschutzhof Fuerteventura – Ort der Hoffnung für Tiere in Not
Warum ein Retreat? In der Ergotherapieausbildung erleben viele Auszubildende hohen Leistungsdruck, emotionale Erschöpfung und erste Konfrontationen mit eigenen Grenzen. Gleichzeitig erwarten wir von ihnen Empathie, Selbstreflexion, therapeutische Präsenz und emotionale Stabilität. Das Retreat verfolgte daher mehrere Ziele: Förderung von Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und Emotionsregulation, Selbstreflexion in geschütztem Rahmen, Teambildung und soziale Resonanz, Erleben von Selbstwirksamkeit abseits schulischer Bewertungssysteme.
Warum Fuerteventura? Die kanarische Insel war keine Zufallswahl: sie ist archaisch, weit, still. Die raue Landschaft lädt zur Entschleunigung ein. Es gibt dort kaum Reizüberflutung, keine ständige Erreichbarkeit, und das Klima erleichtert ein Leben im Freien. Der Ort selbst wurde zum Mitgestalter unseres Prozesses. Die Weite des Himmels, das Rauschen des Windes, die Dünen – all das wirkte nicht als Kulisse, sondern als Ressource. Die Abwesenheit des gewohnten Alltags schafft Raum für neue Perspektiven. Viele Auszubildenden sprachen davon, „endlich mal bei sich angekommen“ zu sein.
Warum die Zusammenarbeit mit Tieren? In unserem Retreat arbeiten wir mit Tieren – konkret mit geretteten Pferden, Hunden und Ziegen, die auf dem Gelände von AMICAB leben. Tiere sind in der Achtsamkeitspraxis kraftvolle Spiegel: Sie reagieren direkt auf Körpersprache, innere Anspannung oder Offenheit. Sie urteilen nicht – sie sind einfach. In der Interaktion mit ihnen lernen die Auszubildenden feine Signale wahrzunehmen, zu entschleunigen, sich selbst zu regulieren. Ein Auszubildender sagte nach einer Einheit mit einem Pferd: „Ich wusste gar nicht, wie sehr ich immer etwas darstelle – bei dem Pferd hat das einfach keinen Sinn gehabt.” Die Tiere schaffen unmittelbare Begegnung – mit dem Tier, aber auch mit sich selbst.
Wer oder was ist AMICAB? AMICAB ist ein Verein auf Fuerteventura, der sich für das Wohl vernachlässigter Tiere einsetzt – aber auch für den Aufbau alternativer Bildungs- und Begegnungsräume. Gemeinsam mit AMICAB konnten wir ein Retreat-Gelände nutzen, das naturnah und einfach ist, an tiergestützten Settings teilnehmen, unsere Auszubildenden in die Pflege und Verantwortung für Tiere einbinden, Kulturkontakt ermöglichen: nachhaltiges Leben, Tierethik, Umgang mit Ressourcen.
Was hat's gebracht? Unsere Evaluation zeigt eine deutliche Reduktion von Stresssymptomen (gemessen per PSQ), verbesserte Gruppenkohärenz, nachhaltige Integration achtsamkeitsbasierter Übungen in den Ausbildungsalltag. Eine Auszubildende formulierte es so: „Ich habe dort das erste Mal verstanden, wie wichtig es ist, mich selbst ernst zu nehmen – nicht nur die Klienten/-innen.” Und ein anderer Auszubildender sagte: „Ich nehme nicht nur Techniken mit, sondern eine neue Haltung.”
Wir sehen das Retreat nicht als einmaliges Event, sondern als integrativen Teil unserer Ausbildung. Es ersetzt keine Praxis, aber es schafft therapeutische Haltung – und das ist vielleicht das Wichtigste, das wir unseren Auszubildenden mitgeben können. Zukünftig möchten wir Retreats in jedem Jahrgang verankern, andere Schulen zum Austausch einladen und die tiergestützte Achtsamkeitspraxis weiterentwickeln.
Auszubildende der Hephata Ergotherapieschule gGmbH im AMICAB Retreat Fuerteventura mit den betreuenden Ergotherapeutinnen Claudia Klein und Angela Rohde (5. u. 6. v.l.)
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